Die Kunst des Faulseins

Faul sein tut weh. Das schlechte Gewissen zerrt an den Nerven und der Körper lässt einen nicht so zur Ruhe kommen, wie man es sich wünschen würde. Meistens träumt man in den stressigsten Minuten des Tages von den Augenblicken, in denen man die Füße hochlegen und einfach an nichts denken kann. Doch da wäre dann noch der Haufen ungebügelte Wäsche, der sich langsam in die Gedanken drückt, die erst halb ausgeräumte Spülmaschine und das Badezimmer, das dringend Mal wieder geputzt werden müsste. Und schon ist man wieder auf den Beinen und räumt seinem schlechten Gewissen hinterher.

Selbst Tricks wie “alles gedanklich schon auf morgen schieben” oder “einfach an entspannende Schäfchen denken” lassen das schlechte Gewissen meist nicht kleiner werden, im Gegenteil. Durch diese Versuche wächst die graue Gewissenswolke nur noch mehr, um sich schließlich mit Blitz und Donner zu entladen und den Körper aus der einsetzenden Entspannung zu reißen.

Faul sein erfordert hartes Training, Durchhaltevermögen und die Disziplin, das eigene schlechte Gewissen für ein paar Minuten am Tag ignorieren zu können. Das klappt mal besser und mal schlechter, doch mit viel Übung kann irgendwann der Olymp der Faulen erstiegen werden und den ganzen Tag ohne schlechtes Gewissen das Chaos Chaos sein lassen.

Published by annikapolis

Politik- und Ethnologiestudentin aus den Bergen in der Großstadt auf der Suche nach dem Journalismus

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